Istanbul – Die Türkei und Griechenland wollen nach Konflikten über Hoheitsrechte im Mittelmeer und anderen Streitigkeiten ihre Beziehungen verbessern.

Nach einem Treffen mit dem israelischen Staatschef Jitzchak Herzog in der vergangenen Woche, empfing der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Sonntagmittag auch den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis zum Meinungsaustausch in den Vahdettin-Pavillon in Istanbul.

Die Unterredung der beiden Spitzenpolitiker begann um 14 Uhr türkischer Zeit und dauerte zwei Stunden, bei dem es thematisch um den Russland-Ukraine-Krieg, regionale Entwicklungen sowie die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland ging.

Erdogan und Mitsotakis vereinbarten bei dem Treffen die bilateralen Beziehungen zu verbessern und sich auf eine positive Agenda zu konzentrieren, so der Kommunikationsdirektor der Türkei, Fahrettin Altun in einer Mitteilung am Sonntag. Beide Seiten kamen darin überein, die Kommunikationskanäle zwischen den Nachbarstaaten offen zu halten.

„Russland-Ukraine-Krieg hat die Sicherheitsarchitektur Europas verändert“

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe die Sicherheitsarchitektur in Europa verändert und die Türkei und Griechenland trügen dabei eine besondere Verantwortung. Durch die verstärkte Zusammenarbeit und der Fokussierung auf die gegenseitigen und regionalen Vorteile beider Länder konzentrierten sie sich auf eine positive Agenda. Sowohl Athen als auch Ankara verständigten sich darauf, das anvisierte Handelsvolumen von 10 Milliarden US-Dollar zu erreichen.

 

Präsident Erdoğan: Probleme können durch aufrichtigen und ehrlichen Dialog gelöst werden

Während des Meinungsaustauschs verwies Präsident Erdoğan auf die von der Türkei unternommenen Schritte, um ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen einzuleiten.

Er sei, so Erdoğan, weiterhin zuversichtlich, Fortschritte in der Ägäis-Frage, der Minderheit, bei der Terrorismusbekämpfung, der illegalen Migration und bei der Verbesserung der Beziehungen zu erreichen. Erdoğan erklärte, dass die Probleme zwischen beiden Staaten durch einen aufrichtigen und ehrlichen Dialog gelöst werden könnten. Als Nachbarländer sollten beide immer miteinander reden, nicht nur in Krisenzeiten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (r.) mit dem griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis beim Trenn in Istanbul am 13. März 2022 (Foto: tccb)

Nach dem Treffen mit Präsident Erdoğan fuhr Ministerpräsident Mitsotakis zum griechischen Generalkonsulat in den Stadtteil Beyoğlu, um dort mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomäus I. ein 45-minütiges Gespräch zu führen. Die griechische Tageszeitung Kathimerini schrieb nach dem Dialog zwischen Erdoğan und Mitsotakis, dass es „positive Signale“ von der Unterredung gebe, aber erst in der „Realität sich herausstellen“ werde, ob es dabei bleibt.

Die oppositionelle türkische Tageszeitung Sözcü wies auf die Aussage von Präsident Erdoğan hin, als Nachbarländer solle man immer miteinander reden, nicht nur in Krisenzeiten.

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. A. Poyraz Gürson, von der Okan-Universität äußerte sich im Fernsehsender Haber Global über die Unterredung zwischen Erdoğan und Mitsotakis, das „bedeutsam und positiv zu bewerten“ sei.

Bölge/Karaburan

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